Vorlesetag mit Gruselgarantie

 

Wenn die Tage kürzer werden und die Herbstferien vor der Tür stehen, dann ist es an der Grund- und Mittelschule Absberg-Haundorf Zeit für den jährlichen Vorlesetag. Hinter dieser besonderen und bei Groß und Klein beliebten Aktion steckt die Idee, bei den Jungen und Mädchen die Lust auf Bücher und aufs Lesen zu wecken. Und so zogen auch heuer wieder alle Klassen an allen drei Schulstandorten – Absberg, Gräfensteinberg und Obererlbach – durch den Ort und suchten nicht alltägliche Lesestationen auf: Ob Feuerwehrhaus, Kindergarten, Kirche, Seminarraum, Scheune oder gar ein Pferdestall – überall öffneten sich die Türen für die Reisen in die Welt der Fantasie.

 Passend zum Datum stand der Vorlesetag unter dem Motto „Halloween“, und dementsprechend zogen die 17 Vorleser und Vorleserinnen ihre jungen Zuhörer mit schaurig-schönen Geschichten in ihren Bann. An manchen Stationen durften die Kinder nicht nur lauschen, sondern selbst aktiv werden: In der Absberger Kirche etwa wurden kleine Gespenster aus Papier gebastelt, und im Werkraum der Gräfensteinberger Schule war Buchbinder Wolfgang Kokula in seinem Element und führte die Jungen und Mädchen in diese uralte Handwerkskunst ein.

Einem besonders dunklen Kapitel der deutschen Geschichte nahm sich Taylan Yildiz aus Weißenburg an. Der 20-Jährige ist Vorsitzender des dortigen Jugendparlaments sowie 3. Landesvorsitzender des Dachverbands der bayerischen Jugendvertretungen und studiert Politik und Gesellschaft an der Katholischen Universität in Eichstätt. Mit den Neunt- und Achtklässlern begab er sich auf Zeitreise in den Nationalsozialismus und erklärte anschaulich, wie Propaganda und Populismus funktionieren – damals wie heute. Zudem ermutigte er die Jugendlichen, sich zu engagieren und nicht zu denken, man könne sowieso nichts erreichen. Junge Leute seien „die Zukunft, aber auch die Gegenwart!“

Bei all den Aktionen ist natürlich auch eine Pause nötig: Die Mitglieder des Elternbeirats hatten als kleine Stärkung eine Buchstabensuppe vorbereitet, die sich die großen und kleinen Kinder schmecken ließen. An dieser Stelle herzlichen Dank an die Eltern, die Vorleser und alle „Türöffner“ für ihr Engagement und ihre Unterstützung. Ohne diese Hilfe wäre eine solche Veranstaltung nicht möglich.