Entspannter Lernen zuhause

 

Auf breites Interesse stieß ein Elternabend an unserer Schule: Rund 120 Teilnehmer holten sich unter der Überschrift "Entspannter lernen zuhause" Tipps von Oliver Farnschlaeder, Dozent bei der Akademie für Lernpädagogik mit Sitz in Köln.

Lernen, das machte der Referent gleich zu Beginn klar, bereite Kindern grundsätzlich Spaß. Dafür sorge unter anderem der Ausstoß von Dopamin - auch als Glückshormon bekannt - bei Erfolgen. Irgendwann jedoch gehe diese Freude am Lernen verloren und werde weniger mit Glück als mit Anstrengung verbunden. Als wichtige Voraussetzung dafür, dass Lernen zuhause gut gelingen kann, nannte Farnschlaeder die Bereitschaft der Eltern, etwas zu verändern: „Eltern sind Vorbilder für ihre Kinder", betonte er und verwies auf die vier zentralen Aspekte des Lernens: Lerntechniken, Konzentration, Motivation und Selbstorganisation.

Lerntechniken, so der Fachmann, seien eine Erleichterung fürs Gehirn, das Struktur und Ordnung liebe. So könne man durch Strukturieren, Visualisieren, Reduzieren und dem Erzeugen von positiven Emotionen ein wahres Wissensnetz knüpfen. Als wichtige Technik nannte der Fachmann das Wiederholen des Stoffs: „Wenn nicht wiederholt wird, schmeißt das Gehirn den Lernstoff raus", erklärte er den interessierten Eltern und regte an, dass dies zur Eigenverantwortung der Schüler werden sollte, etwa mittels des Karteikastensystems, das für alle Fächer funktioniere. Praxisnahe Beispiele hatte er zudem zum Thema Konzentration parat, stellte aber auch die große Bedeutung von Pausen heraus. Ausreichend seien zwei bis drei Minuten zum Trinken und ein bisschen Bewegung.

Um die Motivation eines Kindes zu beeinflussen, gebe es vier Möglichkeiten. Das seien zum einen passende Lerntechniken, die einen schnellen Erfolg bringen, zum anderen Belohnungen für gute Noten. Farnschlaeder gab jedoch zu bedenken, dass sich falsch eingesetzte Belohnungen kontraproduktiv auf den Lernfortschritt auswirken könnten. Kritisch sieht er außerdem, Schüler mit Druck motivieren zu wollen: „Dadurch kann das Kind die natürliche Freude am Lernen verlieren", lautete seine Warnung. Überaus wichtig seien dagegen eine positive Sprache sowie eine gute Sicht auf Fehler: "Fehler sind Helfer", machte er deutlich.

 

Zum Punkt Selbstorganisation zählen ein aufgeräumter Arbeitsplatz und eine störungsfreie Lernumgebung: "Schaffen Sie eine Wohlfühloase!“, lautete sein Appell an die Zuhörer. Elektrische Geräte hätten dort aber nichts zu suchen. Hände weg vom Smartphone gelte übrigens auch direkt nach dem Lernen, da der Prozess der Lernstoffumwandlung im Gehirn etwa 20 Minuten dauert. "Sonst ist der Lernstoff weg!", so die Erfahrung des Fachmanns, der empfahl, den Kindern diese Hintergründe zu erklären. Er selbst nahm sich im Anschluss an seinen interessanten Vortrag noch viel Zeit für die zahlreichen Fragen aus dem Publikum.